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Neurasthenie

Unter Neurasthenie versteht man die Erschöpfung nach leichtester körperlicher oder geistiger Anstrengung. Dabei handelt es sich um eine Somatisierungsstörung bzw. eine neurotische Störung, die sich in körperlichen Symptomen ausdrückt. Oftmals wird das Syndrom der nervösen Erschöpfung auch als Burn Out bezeichnet. Diese Erkrankung hing im Laufe der Zeit von unterschiedlichen historischen und soziokulturellen Kontexten ab. Sigmund Freud etwa ordnete die nervöse Erkrankung den Aktualneurosen zu, so wie es die Hypochondrie oder Angstneurosen sind. In den asiatischen Ländern hingegen dient der Begriff der Neurasthenie dazu, schwerwiegende psychische Erkrankungen wie Schizophrenie oder Depressionen zu kaschieren.

Neurasthenie

Unter Neurasthenie versteht man die Erschöpfung nach leichtester körperlicher oder geistiger Anstrengung.

Formen

Generell lassen sich zwei Typen der Neurasthenie anhand ihres Auftretens voneinander unterscheiden:

  • Kurzzeitige Neurasthenie (mindestens 1 Mal pro Monat im ganzen Jahr)
  • Ausgedehnte Neurasthenie (Episoden von mindestens zweiwöchiger Dauer)

Symptome

Das Leitsymptom der Neurasthenie bilden anhaltende Klagen über eine verminderte geistige und körperliche Leistungsfähigkeit. Darüber hinaus können unspezifische neuropsychologische und körperliche Beschwerden auftreten, z.B.:

  • Muskelschmerzen
  • Verstärkte Müdigkeit
  • Hypersomnie (Schlafsucht)
  • Konzentrationsschwäche
  • Erschöpfung
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Impotenz
  • Angstzustände
  • Reizbarkeit

Ursachen

Im Gegensatz zur Neuropathie liegen der Neurasthenie keine krankhaften organischen Veränderungen der Nerven zugrunde. Über ihre Ursachen existieren keine eindeutigen wissenschaftlichen Beweise. Während Freud den Grund dafür im mechanischen Aufstauen der Libido sah, vermuten andere Wissenschaftler die nervöse Erkrankung als die Folge narzißtischer Störungen durch Selbstwertkonflikte oder durch mißlungene Konfliktabwehr. Derzeit wird mehrheitlich die Ursache der Neurasthenie in äußeren Einflüssen wie Reizen oder geistigen und körperlichen Anstrengungen gesehen.

Krankheitsverlauf

Der Krankheitsverlauf der Neurasthenie tritt meist mit unspezifischen, grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen auf. Die einzelnen Episoden der Erschöpfung und Müdigkeit können dabei sowohl in unregelmäßigen Intervallen als auch chronisch auftreten.

Therapiemöglichkeiten

Obwohl die Symptome der Neurasthenie vorrangig körperlicher Natur sind, ist eine Behandlung in Form einer Psychotherapie anzusetzen. Dabei wird im Besonderen die analytische Psychotherapie oder eine Verhaltenstherapie angeordnet. Bei der analytischen Psychotherapie arbeiten Psychotherapeut und Patient in der Form eines Gespräches daran, ein verdrängtes Erlebnis oder Gefühl des Betroffenen freizulegen und gemeinsam zu verarbeiten. Mit der Gesundung des Geistes verschwinden daraufhin auch die körperlichen Beschwerden. Bei verhaltenstherapeutischen Maßnahmen hingegen wird in Entspannungsübungen soll der Geist die Kontrolle über den Körper wieder erlangen und die Beschwerden selbst heilen. Darüber hinaus wird in vielen Fällen auch Gesundheitssport oder Physiotherapie angewandt, um den Körper Schritt für Schritt wieder belastbar zu machen.